Finanzierungstipps für barrierefreie Bäder

Mehr Voraussicht – weniger Kosten

Wer sein Bad im Alter, nach Krankheit oder einem Unfall umbauen muss oder aber schon heute den Bedürfnissen von morgen anpassen will, darf bei der Finanzierung der Maßnahmen mit Förderung rechnen. Die verschiedenen Möglichkeiten finden Sie hier.

Fördermittel der Bundesländer

Die meisten Bundesländer verfügen über eigene Förderprogramme wie zinslose oder zinsgünstige Darlehen, Baukostenzuschüsse und Aufwendungshilfen. Die Bedingungen und Zugangsvoraussetzungen liegen in der Verantwortung der Bundesländer und können daher nicht allgemein beschrieben werden

Seit Januar 2014: Wohn-Riester ist altersgerecht

Während ein herkömmlicher Riester-Vertrag das Ziel hat, eine zusätzliche Rente aufzubauen, investiert man bei Wohn-Riester in eine Immobilie. Seit Januar 2014 lässt sich die staatlich geförderte „Eigenheimrente“ nun auch für einen alters- bzw. behindertengerechten Umbau in Anspruch nehmen. Dabei gilt: Mindestens 6.000 Euro können für Umbauten in den ersten 3 Jahren nach Bau oder Kauf der selbst genutzten Wohnimmobilie aus einem Geld-Riester-Vertrag entnommen werden. Ein Geld-Riester-Vertrag ist ein Vertrag, bei dem ursprünglich die Zahlung einer Rente vorgesehen war. Liegen Bau oder Kauf länger zurück, sind es mindestens 20.000 Euro. Wichtig: Ein Sachverständiger muss vorher die zweckgerichtete Verwendung bestätigen.

Förderprogramm der KfW

Das Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ (159) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt alle Renovierungsmaßnahmen von Eigentümern oder Vermietern, die der Verbesserung der Barrierefreiheit dienen bzw. zur Reduzierung von Barrieren führen. Dort können unabhängig vom Alter zinsgünstige Darlehen bis zu einer Höhe von maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit beantragt werden ab 1,00 % effektivem Jahreszins und einer Auszahlung zu 100 %.

Auf der Internetseite der KfW können sogar Beratungstermine online angefragt werden und zwar bei folgenden Finanzierungspartnern: Deutsche Bank, den meisten Genossenschaftsbanken, den meisten Sparkassen, Commerzbank und HypoVereinsbank. Zudem gibt es einen Zins- und Tilgungsrechner, mit dem sich ein Zins- und Tilgungsplan ganz unverbindlich berechnen lässt.

 

Nur mit versierten (Sanitär-)Profis

Wer Bäder also schon heute den Bedürfnissen von morgen anpassen will, kann mit Fördermitteln rechnen, sollte aber unbedingt einen Fachmann mit ins Boot holen. Nur so werden die Umbaumaßnahmen so geplant, dass sie den Vorgaben der Barrierefreiheit – die wichtigste Voraussetzung für mögliche Finanzhilfen – auch garantiert genügen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen muss ein Sachverständiger bestätigen, dass altersgerechtes Wohnen entstanden ist. Der Sachverständige kann ein Architekt sein oder aber auch ein Bauvorlageberechtigter.

Steuerliche Absetzbarkeit

Die Lohnkosten für Handwerkerleistungen lassen sich von der Steuerschuld abziehen. Das Finanzamt erstattet maximal 20 % von 6.000 Euro, sprich: 1.200 Euro im Jahr. Materialkosten werden nicht berücksichtigt. Öffentliche Fördermittel für Handwerkerleistungen können sowohl Immobilien-Eigentümer als auch Mieter in Anspruch nehmen.

Zuerst zur Hausbank

Ebenfalls wichtig: Der Antrag für die Förderung durch die KfW ist bei der Hausbank zu stellen, bevor mit dem Umbau begonnen oder das Haus gekauft wird. Nach Prüfung der Unterlagen wird das Darlehen ebenfalls durch die Hausbank bereitgestellt.

Pflegekassen

Menschen, die eine Pflegestufe haben, können beim Umbau ihrer Wohnung nach den Kriterien für Barrierefreiheit mit einem Zuschuss der Pflegeversicherung von bis zu 2.557 Euro rechnen. Damit will man möglichst vielen Pflegebedürftigen zu einem Leben weiterhin in den eigenen vier Wänden verhelfen. Der Zuschuss muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Im formlosen Antrag gilt es zu begründen, warum ein barrierefreier Umbau vonnöten ist und was er kosten würde. Unterstützung bei der Erstellung des Antrags kann man u. a. beim Hausarzt bekommen.

Rehabilitationsträger

Wohnungshilfen, die eine möglichst selbständige und selbstbestimmte Lebensführung ermöglichen oder erleichtern, werden auch von den Rehabilitationsträgern gewährt. Rehabilitationsträger können die gesetzlichen Krankenkassen, die Bundesagentur für Arbeit, die gesetzliche Unfallversicherung und Rentenversicherung oder die Träger der Sozialhilfe sein. Um die Verfahren zu erleichtern, wurden in den Städten und Kreisen gemeinsame Servicestellen der Rehabilitationsträger eingerichtet.

Quelle: Aktion Barrierefreies Bad